Gemüse: Anzucht & Aussaat

Im Februar kann die Sonne schon so stark auf die Fensterscheiben strahlen, dass sie den Raum erwärmt. Der ideale Zeitpunkt um mit der Aussaat in Anzuchttöpfen zu beginnen. Die zeitige Vorkultur lohnt sich, denn frühe Aussaat, bedeutet frühe Ernte!

Welche Aussaatschalen?

Die Entscheidung, welche Aussaatschalen du verwendest, liegt ganz bei dir. Wir zeigen dir, welche Möglichkeiten du hast.

Kunststoff: Aussaatschalen aus Kunststoff haben den Vorteil, dass man sie jedes Jahr wieder verwenden kann. Passend zu den Aussaatschalen gibt es auch eine Haube. Damit erzielt man einen Treibhauseffekt. Die Samen werden quasi dazu angetrieben schneller zu wachsen.

Torf oder Karton: Du kannst die Samen auch in umweltfreundliche Aussaattöpfchen aus Torf oder Karton geben. Die zarten Pflänzchen musst du dann nicht umsetzen, sondern kannst sie mitsamt der Kartonage in ein größeres Gebinde geben.

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Selber basteln: Du kannst Saattöpfchen aber auch ganz einfach selber basteln. Nimm  ein Zeitungsblatt und falte es der Länge nach 2 x in die Hälfte. Wickel die Zeitung um ein Glas mit ca. 4 – 5 cm Durchmesser und lasse ca. 3 cm über den Glasboden stehen. Dann biegst du den überstehenden Rand über den Glasboden. Fest andrücken und dann vorsichtig das Glas herausziehen. Du kannst auch den Karton von einer WC-Papierrolle als Saattöpfchen verwenden. Die ideale Höhe wäre 5 cm.

Wenn du nicht so gerne bastelst oder dir die Zeit dazu fehlt, dann verwende die praktischen Anzuchttöpfchen aus Torf.

Hochwertige Aussaaterde verwenden

Spare nicht am falschen Platz bei der Qualität der Erde und verwendende eine hochwertige Aussaaterde. Die Aussaaterde ist frei von schädlichen Keimen und enthält auch nicht zu viele Nährstoffe. Außerdem ist die Aussaaterde viel feiner und ideal für junge und zarte Wurzeln.

Ende Jänner mit der Aussaat beginnen

Je nach Sorten kannst du schon im Jänner (Römersalat, Gartenkresse, Spinat,..) mit der Aussaat beginnen. Viele warten sicher schon sehnsüchtig darauf mit den Vorbereitungen beginnen zu dürfen. Die genauen Zeiten zum Aussäen kannst du auf den jeweiligen Samenpackungen ablesen.

Fülle die Anzuchttöpfchen bis ca. 1 cm unter dem Rand mit Anzuchterde. Verwende bitte keine normale Blumenerde. Dadurch dass die Blumenerde vorgedüngt ist, würden die Samen, bei der viel zu scharfen Erde, verbrennen. Anschließend die Erde vorsichtig bewässern.

Vielleicht etwas ungewöhnlich die Erde vorher zu gießen. Das hat aber einen guten Grund. Wenn du die Samen, wie du es bei Lichtkeimern machen solltest, auf die Erde gibst und dann gießt, könnten die Samen eingeschlammt werden. Das wäre eine schlechte Ausgangsposition für Lichtkeimer.

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Saat ist nicht gleich Saat

Es gibt Licht- und Dunkelkeimer. Zu den Lichtkeimersamen  gehören Sellerie, Salate und Kräuter. Diese werden ein bisschen in die Erde gedrückt, aber nicht mit Erde bedeckt. Samen von Dunkelkeimern drückt man auch in die Erde, deckt sie aber mit ein wenig Erde zu.

  • Bei Lichtkeimern, wie Tomaten, Kopfsalat oder Kresse werden 3 – 4 Samen auf die Anzuchterde gelegt.
  • Bei Dunkelkeimern, wie Kürbis, Karotten oder Schnittlauch werden 2 – 3 Samen ca. 1 – 2 cm in die Erde gedrückt. Die Dunkelkeimende Samen sind meistens auch größer und haben daher die Kraft sich durch die Erde zu bohren. Vielleicht eine kleine Hilfestellung zwischen Licht- und Dunkelkeimer zu unterscheiden.

Säe gleich ein paar Samen aus, denn nicht alle werden aufgehen. Anschließend die Erde nicht gießen, sondern nur besprühen, damit die Samen nicht ausgeschwemmt werden.

Tipp: Damit du auch weißt, was du wo ausgesät hast, kannst Holzstäbchen beschriften und diese in die Anzuchtöpfchen stecken.

Jetzt wird pikiert!

Was heißt eigentlich pikieren werden sich vielleicht einige Fragen? Pikieren bezeichnet ursprünglich beim Militär das Stechen mit einem Spieß durch den Pikenier. D.h. im übertragen Sinn im Gartenbau: Sämlinge, die zu dicht stehen werden mit einem Pikierstab (= z.B. Holzstab) auseinander gepflanzt.

Bei manchen Töpfen werden alle Samen aufgehen. Dann wird es eng in den Gefäßen und sie müssen umgesetzt (d.h. pikiert) werden. Sobald sich die ersten beiden Laubblätter gebildet haben, kannst du die Pflanzen pikieren.

Achtung! Zuerst kommen die Keimblätter und erst dann die Laubblätter. D.h. nicht gleich bei den ersten beiden Blättern zur Tat schreiten. Wenn alle Samen aufgegangen sind, musst du dich für ein Pflänzchen entscheiden.

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Entscheide dich für das kräftigste Pflänzchen und verpflanze es vorsichtig mit einem Pikierstab in den nächst größeren Pflanzentopf. Die Pflanzen brauchen jetzt Platz für die Weiterentwicklung. Das Gefäß kannst du vorher mit hochwertiger Gemüseerde füllen. Die Pflänzchen sind jetzt schon groß genug für die Gemüseerde.

Hast du die Samen in ein Torfgefäß gesetzt, dann lasse das kräftigste Pflänzchen stehen und entferne vorsichtig die anderen Pflanzen.

Das, jetzt alleinstehende, Pflänzchen kannst du samt Torftöpfchen in das neue Gefäß setzen, da das Torftöpfchen verrottet. Wenn wirklich alle Pflanzen groß und kräftig geworden sind, dann musst du sie natürlich nicht wegwerfen. Sie sollten nur aus Platzgründen getrennt werden.

Dann stelle die Gefäße die ersten Tage nicht gleich zum Südfenster, denn erst nach ungefähr einer Woche haben sie sich vom „Umpflanzschock“ erholt und vertragen wieder direkte Sonnenbestrahlung.

Du kannst dir das Pikieren – und den Pflanzen das Umsetzen – mit Torftöpfchen ersparen. Gib daher nur einen Samen in die Gefäße. Das Risiko, dass der Samen nicht aufgeht, ist meistens gering. Du  kannst dann die Pflänzchen samt den Torftöpfen in ein größeres Gebinde setzen. Das Gefäß verrottet mit der Zeit.

Von der Fensterbank ins Gartenbeet

Manche Pflanzen kannst du schon Ende April ins Freie setzen. Zu den robusten Pflanzen zählen Nelken, Salate oder Kohl. Wenn du dir unsicher bist, dann schau einfach auf die Samenpackung. Dort steht ganz genau drauf wann der jeweilige Samen ausgesät werden kann und wann die Pflanzen in das Gartenbeet dürfen.

Frostempfindliche Pflanzen, wie Tomaten, Gurken, Begonien und Pelargonien werden Mitte Mai, wenn die Frostgefahr so gut wie vorbei ist, direkt ins Beet gesetzt. Falls es doch noch Minusgrade gibt, dann schütze die Pflanzen in der Nacht mit einem Gartenvlies. Optimal wäre natürlich ein Frühbeet mit Haube, die du bei Bedarf runter bzw. raufgeben kannst. Die Haube schützt die jungen Pflanzen sowohl vor starkem Regen als auch vor intensiven Sonnenstrahlen.

Spätestens im Juni gehören die Pflanzen ganz abgedeckt, damit sie groß und stark werden und du bald dein selbstangebautes Gemüse ernten und verspeisen kannst.

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