Vermehre dein Lieblingsgemüse durch Saatgutgewinnung

Ein spannender Teil der Gartenarbeit ist die Saatgutgewinnung. Gemüse, das besonders gut schmeckt, kannst du selber ziehen. Probiere es mit jenen Gemüsesorten, die ganz einfach zu vermehren sind. Wir zeigen dir, wie’s geht:

Samen vom einjährigem Gemüse

Tomaten, Zucchini und Gurken zählen zu den einjährigen Gemüsesorten und eignen sich ideal für die Saatgutgewinnung. Du kannst noch im selben Jahr die Samenkörner ernten, trocknen und für die nächste Saison aufheben.

Nur samenfeste Sorten selber vermehren und keine F1-Hybriden

F1-Hybriden sind nicht samenfest. Das bedeutet, dass du Saatgut dieser Pflanzen entnehmen kannst, jedoch ist dieses schon ein F2-Hybride (quasi der Enkel), der viele Launen der Natur und alle genetisch verfügbaren Merkmale hervorbringen kann. In diesem Fall erntest du im kommenden Jahr also nicht nur gelbe, runde Kürbisse (F1-Hybrid), sondern auch längliche, grüne oder einige, die vielleicht kleiner und härter sind.

Bei samenfestem Saatgut kannst du erwarten, dass die Ernte ungefähr so ausfällt und aussieht wie die Pflanzen des Vorjahres, von denen du die Samen gewonnen hast. Die Ernte ist in der Regel bei samenfestem Saatgut jedoch geringer.

 

Samen vom zweijährigem Gemüse

Karotte, Zwiebel und Rote Rübe gehören zu den zweijährigen Gemüsesorten. Diese Art von Samengewinnung ist sehr zeitintensiv, da man die Pflanzen erntet, überwintert und dann erst die Samen gewinnen und anschließend verwenden kann.

Tipp: Verwende für die Aussaat von 2-jährigem Gemüse am besten qualifizierte Bio-Samen bzw. Steckzwiebeln. Die gibt’s im Lagerhaus.

Tomaten an der Rispe
Gelber Paprika im Gemüsebeet - © GettyImages

Das brauchst du für die Saatgutgewinnung:

  • Messer und Teelöffel
  • Frischhaltefolie
  • Küchensieb
  • Glas, Kunststoffdose oder Papiersackerl
  • Küchenrolle, Filter oder Backpapier zum Trocknen
  • Etiketten
  • Stift zum Beschriften

Methode 1 für die Saatgutgewinnung

Du hast mehrere Gemüsesorten angebaut, die dir besonders gut schmecken, dann gewinne die Samen daraus und säe sie nächstes Jahr wieder aus.

  • Verwende für die Saatgutgewinnung nur vollreife und gesunde Früchte.
  • Schneide die Frucht auf und löffle die Samenkörner heraus.
  • Das Fruchtfleisch kommt samt den Kernen in ein Glas, das du mit einer Alufolie zudeckst und 24 Stunden lang gären lässt. Sobald sich die Samen rau anfüllen, müssen sie weiter verarbeitet werden, da sie sonst im Glas zu Keimen anfangen würden und dann unbrauchbar sind.
  • Leere frisches Leitungswasser zu den Tomaten ins Glas und entferne das Fruchtfleisch aus dem Behälter. Das geht jetzt ganz einfach, da das Fruchtfleisch oben schwimmt. Zurück bleiben die Kerne.
  • Jetzt leere die Flüssigkeit samt den Kernen durch ein Sieb. Diesen Vorgang wiederhole solange, bis die Kerne sauber sind.
  • Die gewaschenen Kerne kannst du auf Backpapier oder Filterpapier trocknen lassen.
  • Nachdem die Samen getrocknet sind, bewahre sie in einem Glas, Papiersackerl oder in einer Dose auf. Die Samen sind dann mehrere Jahre haltbar. Verlieren aber mit jedem Jahr an Keimfähigkeit.
  • Vergiss nicht, die Sackerln oder das Glas zu beschriften. Schreibe auch die Jahreszahl dazu. An einem kühlen und dunklen Ort kannst du die Samen mindestens 5 Jahre lang aufbewahren.
Samen in die Erde legen - © GettyImages
Tomaten auf einem Brett - © GettyImages

Methode 2 um Samen zu gewinnen

  • Schneide die Frucht auf und streiche die Körner mit einem Messer auf ein Küchenpapier.
  • Verteile die Samen mit dem Messer so, dass sie auf dem Papier einzeln liegen.
  • Lege das Küchenpapier mit den Kernen auf ein sonniges Fensterbrett.
  • Nach 24 Stunden sind die Kerne trocken. Lass die Kerne auf dem Papier oben und bewahre sie bis zum Frühjahr in einem Papiersackerl, Plastikgefäß oder Glas auf. Die Kerne kommen dann mit dem Papier (=Saatscheiben) in die Erde und werden mit wenig Erde bedeckt.

Beide Arten der Samengewinnung sind gleich erfolgreich. Wende einfach die Methode an, die dir sympathischer ist.

Samen in Anzuchttöpfen aussäen

Bereits Ende Februar kannst du die ersten Samen aussäen. Verwende am besten biologisch abbaubare Anzuchttöpfe und frische Bio-Aussaaterde von z.B. Immergrün. Du musst dann nicht die Pflanzen in ein größeres Gefäß aussetzen, sondern kannst den Bio-Anzuchttopf mit der Pflanze in ein größeres Gebinde geben, da der Topf verrottet.

Die genaue Anleitung von der Aussaat bis zur Ernte gibt‘s im Artikel „Gemüse: Anzucht & Aussaat“.

Anzuchtöpfe mit Erde
Gurkenpflanze in der Erde - © GettyImages

Auf giftige Bitterstoffe achten

Es macht nicht nur Spaß, sondern auch stolz, wenn man aus selbstgezogenen Samen sein eigenes Gemüse ernten kann. Aber nicht jedes Gemüse ist dafür geeignet.

Kürbisgewächse sollte man besser nicht selbst vermehren. Der Giftstoff Cucurbitacin trägt dazu bei, dass das Gemüse bitter schmeckt und infolge giftig ist. Auch Gurken und Zucchini können davon betroffen sein. Schmeckt das Gemüse bitter, sofort ausspucken und das Gemüse im Bio-Müll oder auf dem Kompost entsorgen.

Verwende für die Aussaat daher am besten zertifizierte (Bio-)Samen aus dem Lagerhaus.

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