Lavendel, das Parfum im Garten

Lavendelpflanzen bringen mit ihrem mediterranen Flair den Sommer in den Garten. Die duftenden violetten Blüten machen Beete und Blumentöpfe zum Blickfang. Das „Wunderkraut“ kann aber noch viel mehr: Lavendel ist ein ausgezeichnetes Küchenkraut und wird im Haushalt und in der Kosmetik gerne verwendet. Außerdem ist er eine recht pflegeleichte Pflanze.

Der Lavendel bevorzugt einen trockenen Boden

Der Lavendel kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Er wurde aufgrund seiner Beliebtheit in vielen nicht mediterranen Ländern kultiviert. Damit der Halbstrauch auch bei uns gedeiht, benötigt er einen sonnigen und warmen Standort. Der Boden soll durchlässig und nährstoffarm sein. Doch nicht alle Lavendelsorten sind winterhart. Nur der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) kann bei uns überwintern, da er einige Minusgrade verträgt.

Lavendel in den Topf pflanzen © GettyImages
Lavendel im Garten © GettyImages

Pflegetipps für die mediterrane Pflanze

Der Echte Lavendel braucht fast keinen Dünger. Zu viele zusätzliche Nährstoffe würden die Standfestigkeit der Pflanzen schwächen und sie frostempfindlicher machen. Spare auch bei der Wassergabe. Gieße die Pflanze nur bei langanhaltender Trockenheit. Schütze den Boden, bevor es winterlich wird, vor Kälte und Nässe und lege vor dem Wintereinbruch Tannenreisig unter die Pflanzen.
Lavendel in Töpfen stelle am besten während der kalten Jahreszeit an einen wind- und regengeschützten Standort. Gieße die Pflanze an trockenen und frostfreien Tagen, denn der Wurzelballen darf nicht austrocknen.

Muss man den Lavendel schneiden?

Ja, denn schneidest du den Halbstrauch nicht regelmäßig zurück, dann verholzt er und wird blühfaul. Mit einem regelmäßigen Rückschnitt fördert man den kompakten Wuchs. Prinzipiell kannst du jüngere Pflanzen stärker als ältere zurückschneiden. Das ist die einzige Pflege, die die Pflanze 2 – 3 Mal im Jahr benötigt.

  • Der erste Schnitt im Jahr
    Schneide an frostfreien Tagen, im zeitigen Frühjahr, den Lavendel 1/3 bis maximal 2/3 zurück. Achte darauf, dass du nicht ins Holz schneidest, denn die Pflanze kann dann meist keine neuen Triebe mehr bilden.
  • Der Sommerschnitt
    Du kannst den Lavendel gleich nach der Blüte bis maximal zur Hälfe zurückschneiden. Wenn du die Blüten zur Weiterverwendung brauchst, dann schneide den Strauch, kurz bevor die Blüten vollständig aufgegangen sind, zurück.
  • Der letzte Schnitt im Jahr
    Ein Rückschnitt sollte im Herbst nicht mehr erfolgen. Schneide daher beim Lavendel nur die verblühten Stängel mit einer scharfen Gartenschere ab.
Lavendel im Garten schneiden © GettyImages
Lavendel im Garten

Lavendel vermehren

Du kannst den Lavendel über Samen, Stecklinge oder Absenker vermehren. Wenn die Pflanze zu groß geworden ist, dann teile sie in 2 oder mehrere Teile.

Vermehrung durch Samen

Setze die Schösslinge direkt ins Beet oder in einen Topf. Im nächsten Jahr siehst du, wie die Lavendel-Pflänzchen gewachsen sind. Die schönsten Pflänzchen werden auspflanzen.

Vermehrung durch Stecklinge

Suche dir im Frühjahr vom Lavendelstrauch einen ca. 12 – 15 cm langen Stängel aus. Brich ihn Richtung Wurzel aus dem Haupttrieb heraus. Setze am besten 3 – 4 Stecklinge ca. 8 cm tief in einem Topf. Befreie vorher die unteren Teile der Stecklinge von den Blättern. Im darauffolgenden Jahr kannst du die kleinen Zweige ab Mitte Mai ins Freie pflanzen.

Vermehrung durch Absenker

Bevor du die Pflanze im Frühjahr zurückschneidest, kannst du ihn durch einen Absenker vermehren. Das geht so: Nimm einen langen Trieb, biege ihn zu Boden und fixieren ihn mit einem U-Haken. Dort wo er den Boden berührt, befreist du ihn von Blättern. Erde drüber geben und jetzt heißt es warten, bis er austreibt. Im Frühjahr sollte der Absenker bereits Wurzeln gebildet haben. Schneide den Ableger von der Pflanze ab und pflanze ihn samt den Wurzeln um.

Vermehrung durch Teilen

Grabe die Pflanze aus und stich sie bis zu den Wurzeln in 2 oder mehrere Teile. Die beste Zeit dafür ist der Herbst. Anschließend setze den Lavendel wieder in ein Beet oder in einen Topf. Achte darauf, dass der Halbstrauch wieder in einen durchlässigen und nährstoffarmen Boden kommt.

Lavendel und Rosen – geht das?

Du hast sicher schon davon gehört und auch gelesen bzw. gesehen, dass man Lavendel und Rosen zusammen pflanzen sollen. Durch den Geruch des Lavendels werden die Läuse auf den Rosen vertrieben. Das ist gut so, doch Rosen und Lavendel bevorzugen verschiedene Böden. Du solltest daher den Lavendel oder die Rosen in eigene Töpfen mit passender Erde setzen.

Rosen im Garten © GettyImages
Lavendel © GettyImages

Echter Lavendel oder Schopf-Lavendel?

Beide Sorten blühen von Ende Mai bis Mitte September. Der Schopf-Lavendel ist im Gegensatz zum Echten Lavendel nicht frosthart. Du kannst den Schopflavendel im Topf kultivieren und in einem frostfreien Raum bei ca. 8° C überwintern. Im Freien würde er den Winter kaum überstehen. Der Echte Lavendel schafft das schon.

Die eindrucksvollen Blüten des Schopf-Lavendels sind einzigartig. Nicht nur die Blüten sind beeindruckend, sondern auch der kräftige Duft. Der Echte Lavendel riecht nicht so intensiv nach Kampfer.

Dünger und Pflege

Der Schopf-Lavendel benötigt einen leicht sandigen und durchlässigen Boden. Im Gegensatz zum Echten Lavendel, denn der bevorzugt einen kalkarmen Boden. Pflanze den Schopf-Lavendel am besten in einem Topf mit Kräuter- oder Kakteenerde. Er benötigt, wie der Echte Lavendel, einen regelmäßigen Rückschnitt. Dünge den Schopf-Lavendel im Frühjahr mit einem Kräuterdünger (erhältlich in deinem Lagerhaus oder im Lagerhaus Online Shop). Aber Achtung: Nicht zu viel düngen. Die Pflanze ist genügsam. Die Blüten kannst du bei beiden Sorten für Duftsäckchen, Massageöl, Küchenkräuter uvm. verwenden.

Der vielseitige Lavendel

Du kannst die Blüten nicht nur in Duftsäckchen geben, sondern noch für viele andere Dinge verwenden:

  • Duftsäckchen: Fülle die getrockneten Blüten in Säckchen. Ein bekanntes Hausmittel gegen Motten in Kleiderschränken und als Insektenabwehrmittel.
  • Lavendelseife: Seifen mit Lavendelblüten sind sehr hautverträglich.
  • Heilkräuter: Lavendelblüten werden gerne als Zusatz für Badewasser, zur Linderung von verschiedenen Krankheiten, als Tee, für Aromatherapien uvm. verwendet.
  • Lavendelhonig: Die Blüten geben dem Honig einen besonderen Geschmack. Der Honig ist sehr gesund.
  • Käse: Gehackte Lavendelblätter sorgen für ein besonderes Aroma in verschiedenen Käsesorten.
  • Läuse: Die Lavendelpflanze hilft zwar nicht gegen Kopfläuse, aber gegen Läuse auf Rosen.
  • Limonade: Lavendelblüten mit Wasser, Limettensaft und Zucker aufkochen, danach auskühlen lassen. Mit eisgekühlten Heidelbeeren, Limettenstücken und paar Eiswürfeln an heißen Sommertagen genießen (noch mehr erfrischende Getränke mit Kräutern findest du in unserem Artikel „Getränke mit frischen Kräutern„)
  • Sirup: Wasser erhitzen, den Zucker und den Zitronensaft einrühren. Alles ungefähr fünf Minuten leicht köcheln lassen und leicht rühren bis sich der Zucker auflöst. Dieses Zuckerwasser auf 55 Grad Celsius abkühlen lassen, um es dann auf die Lavendelblüten zu gießen. Mit der Abkühlung des Zuckerwassers bleiben die ätherischen Öle im Lavendel. Dieses Gemisch wird abgedeckt und muss zwei Tage lang ziehen (noch mehr Rezeptideen: https://www.kostbarmacher.at/rezepte/rezept-suess-lavendel-sirup)
Lavendel Limonade © GettyImages

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