Chili versus Pfefferoni

Ob im Garten oder auf dem Balkon: Chili und Pfefferoni zu ziehen, liegt im Trend. Doch die brennende Frage lautet: Gibt es überhaupt einen Unterschied zwischen Chili und Pfefferoni?

Manche mögen`s scharf!

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Botanisch gesehen nicht, denn sie sind allesamt Vertreter der Gattung Capsicum. Aber was Schärfe und Aussehen angeht, versteht man unter Chilis die kleinen, scharfen und unter Pfefferoni eher die länglichen und etwas milderen Vertreter.

Die Sortenvielfalt ist so groß, dass selbst Experten zuweilen an ihre Grenzen stoßen. Fest steht, dass Chilis wie Paradeiser und Erdäpfel zur Familie der Nachtschattengewächse gehören.

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Warum Chili zu uns kam

Columbus brachte einst die ersten Chilis nach Europa. Zu dieser Zeit war die Einfuhr des schwarzen Pfeffers aus Indien mit hohen Zöllen belegt und das neue scharfe Gewürz bot eine gute Alternative. Der Cayenne-Pfeffer wird auch heute noch aus Chili hergestellt und ist nach einer Chili-Sorte benannt.

Seine Schärfe entwickelt Chili übrigens, um seine Samen vor Fressfeinden zu schützen – was im Tierreich durchaus gelingt. Vögel spüren anders als Säugetiere die Schärfe allerdings nicht. Sie scheiden die Samen nahezu unverdaut aus und sorgen so für die Verbreitung der Pflanzenart.

Welcher Typ bist du? Mild oder scharf?

Für die Beschreibung der Schärfe dienen dir einerseits Scoville-Einheiten und andererseits Grade auf der zehnteiligen Scoville-Skala. Der milde Gemüsepaprika etwa weist bis zu 500 Scoville-Einheiten auf, mittelscharfe Chilis erreichen 1.500 bis 30.000 und die extrem scharfen Habanero-Sorten 500.000 bis über 2 Millionen Scoville-Einheiten. In Graden gemessen ist Gemüsepaprika etwa bei 1 und Habanero bei 10 einzuordnen.

Sorten-Beispiele:

  • Herzförmiger Rauter: mild bis pikant, 2–3;
  • Jalapeno: leicht bis mittelscharf (pikant), 2–4;
  • Fogo und Aurora: mittelscharf bis scharf, 5;
  • Lemon Drop (auch Peru Yellow): scharf, 6–7;
  • Feuerwerk, Charapita und Chiltepin: sehr scharf, 8–9;
  • Habanero Chocolate: einer der schärfsten Chilis, 10+

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So baust du Chili an

Ab Mitte Februar säst du deine Chilis aus und stellst die Saatschalen an einen hellen und warmen Platz bei etwa 22 bis 24 °C zur Keimung an die Heizung, danach möglichst hell und um die 20 °C. Sobald die Pflänzchen größer sind, werden sie in Blumentöpfe vereinzelt und dürfen ab Mitte Mai (nach dem sicher letzten Frost) bei Temperaturen über mindestens 10 °C ins Freie.

Sie stehen im Garten gerne in voller Sonne und in nährstoffreicher Erde mit gutem Wasserabzug. Deine Chilis brauchen noch mehr Licht und Wärme als Paradeiser. Sobald sich die Früchte bilden, benötigen sie viel Wasser, um gut auszureifen. Lässt du die Töpfe austrocknen, verzeihen dir das deine Chilis nicht leicht. Mulche den Boden, dann bleibt er warm und feucht.

Ernten kannst du die Beeren (Chilis bilden keine Schoten) je nach Sorte, Aussaat und Wuchs ab Juli/August bis in den Oktober hinein.

Chili für mehrere Jahre

Im Topf und auf einem hellen, kühlen Fensterplatz lassen sich Chilipflanzen in der Wohnung überwintern, also mehrjährig ziehen. Beim Einräumen solltest du sie möglichst wenig zurückstutzen, da sie dann viel Wasser und Substanz verlieren und die Schnittstellen auch Krankheitserreger begünstigen.

Eine Lebensdauer von mehr als drei Jahren darfst du dir aber auch bei bester Pflege nicht erwarten.

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