Kletterpflanzen sind Alleskönner

Pflanzen, die ranken und klettern begrünen Hausmauern, schmücken Gartenzäune oder bieten Schutz gegen Sonneneinstrahlung – die Kletterpflanzen. Sie sind einfach Alleskönner und sollten in keinem Garten fehlen.

Hausmauern begrünen

Kletterpflanzen sehen nicht nur hübsch aus, sondern haben auch eine wichtige Funktion: Sie schützen die Fassade vor Wind und Wetter. Durch die zuskätzliche Luftschicht zwischen Blättern und Wand wird das Mauerwerk nicht zu sehr aufgeheizt. An heißen Sommertagen hast du gleich eine natürliche Klimaanlage, die keinen Strom kostet. Außerdem bietest du Vögeln und Insekten einen tollen Lebensraum.

Efeu ist eine bekannte und anspruchslose Kletterpflanze und benötigt als Haftwurzelkletterer keine Rankhilfe. Genauso wie der Wilde Wein, der zart verästelte Ranken hat, mit denen er ohne fremde Hilfe an Fassaden empor klettern kann.

Efeu im Garten
Efeu an einer Gartenmauer

Pflege von Kletterpflanzen

Kletterpflanzen müssen regelmäßig geschnitten werden, sonst sind bald auch Fenster, Regenrinnen oder Dachziegel zugewachsen. Die beste Zeit dafür ist von April bis Mai und von August bis September. Wähle dafür keine sonnigen Tage aus, damit die Blätter, die zum Vorschein kommen, nicht gleich verbrennen. Verwende zum Schneiden von Rankpflanzen nur scharfes Werkzeug: bei größeren Flächen eine Heckenschere oder bei kleineren eine Gartenschere. Bis zu einer Höhe von 3 Metern kannst du die Pflanzen noch mit einer Anlegeleiter selber in Form schneiden. Lässt du sie höher wachsen, dann benötigst du schon aus Sicherheitsgründen einen Profigärtner, der dir die Kletterpflanzen wieder kräftig zurück schneidet.

Ein wichtiger Hinweis: Das Mauerwerk bzw. der Vollwärmeschutz muss intakt sein, denn die kräftigen Haftwurzeln des Efeus und Wilden Weins können Bauschäden verursachen. Mit Kletterpflanzen kannst du daher die Wände nur aufwerten, wenn der Putz nicht rissig ist, sonst hast du eines Tages die Rankpflanzen samt Mauerwerk vorm Haus liegen. Das könnte sehr gefährlich werden!

Blühenden Kletterpflanzen

Clematis

Die Clematis kommt besonders gut auf Gartenzäunen, Sichtschutzwänden oder Pergolen zur Geltung. Wenn möglich, dann pflanze die Clematis an einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Sie bevorzugt eine lockere und durchlässige Erde. Damit die Wurzeln nicht so schnell austrocknen, sollte der Boden im Schatten liegen. Du kannst dir damit helfen, dass du rund um die Pflanze Kompost oder Reisig gibst, damit die Wurzeln nicht so schnell austrocknen. Auch mit Polsterstauden oder Humus kannst du die darunter liegenden Wurzeln vor zu starker Sonne schützen. Die Clematis benötigt einen humusreichen, gleichmäßig feuchten Boden. Die Kletterpflanze braucht ein Klettergerüst. Erst dann kann sie selbständig hochranken. Zwischen dem Spalier und der Wand sollte ca. 10 cm Abstand sein, damit es zu keinem Hitzestau kommt.

AA

Pflege der Clematis

Die Pflege ist relativ einfach: Am besten du schneidest Clematis kurz vor der Blüte, Ende Februar bis Anfang März leicht zurück. Die Triebe kannst du um ca. 15 – 20 cm kürzen.

Clematis sind durstige Rankpflanzen und benötigen, vor allem im Frühjahr und Sommer, regelmäßig Wasser, damit sie nicht vertrocknen. Gedüngt wird die Kletterpflanze im Frühjahr mit einem organischen oder mineralischen Dünger.

Clematis
Kletterrosen an einem Rosenbogen

Kletterrosen

Kletterrosen kommen nicht ohne Klettergerüst, Rosenbogen oder andere Rankgitter aus. Da die Triebe keine Haftwurzeln besitzen, solltest du sie so früh wie möglich an die Stützen mit Naturbast, Pflanzenclips oder einer Pflanzenschnur anbinden. Pflanze Kletterrosen am besten südöstlich oder südwestlich. Auch Rosen vertragen keine Stauhitze und die Kletterhilfen sollten nicht direkt an der Hausmauer befestigt werden. Entferne alte Triebe regelmäßig, damit die Blumen nicht verkahlen. Nicht nur hübsch, sondern auch zweckmäßig sind Lavendelstauden rund um den Rosenstamm gepflanzt. Der angenehme Lavendelduft soll Läuse vertreiben. Probier’s einfach aus.

Kletterrosen pflegen

Wie die meisten Pflanzen, so vertragen auch Kletterrosen keine Staunässe. Beim Gießen achte darauf, dass du die Blätter nicht nass machst und den Stamm nur unten bewässerst. Rosen bekommen leicht Pilzkrankheiten. Damit die Rosen blühfreudig bleiben, dünge sie Anfang April, vor der Blüte und Ende Juni, nach der Blüte mit einem Rosendünger. Zum Rosenschneiden benötigst du ein bisschen Fingerspitzengefühl. Bei Rosen (z.B. Ramblerrosen), die nur einmal jährlich blühen, kannst du nach der Blüte im Juli/August alle Seitentriebe entfernen, die Blüten getragen haben. Kletterrosen, die mehrmals blühen, kannst du immer nach der Blüte schneiden. Dünnes Holz und verkahlte Äste sollten immer gleich entfernt werden. Kürze dicht wachsende Seitentriebe bis auf 3 oder 4 Augen zurück. (Verwechsle die „Augen“ nicht mit den Dornen. Mit Augen sind kleine Verdickungen am Stängel gemeint.) Die Langtriebe, die erst heuer gewachsen sind, darfst du natürlich nicht wegschneiden.
Schütze die Rosen bereits im Spätherbst vor Frost und häufe vorm Winter um den Stamm Erde an. Du kannst auch Reisig darüber legen.

Tipp: Da sich Clematis und Kletterrosen sehr gut vertragen, spricht nichts dagegen, wenn du die beiden Pflanzen kombinierst. Setze sie aber trotzdem in einem Abstand von 80 cm – 1 m von einander entfernt.

Kletterpflanzen im Topf

Auch kleine Flächen auf Balkon und Terrasse kannst du mit Rankpflanzen in Töpfen oder Trögen schmücken. Die beliebten Dipladenien, besser bekannt unter Mandevilla, sind mit ihren dunkelgrünen, glänzenden Blättern wahre Blühwunder. Die großen Trichterblüten gibt es in den Farben Weiß, Violett, Gelb und Rot. Ein Rankgitter im Pflanzkübel hält die Pflanze aufrecht. Damit sie sowohl in die Höhe, wie auch in die Breite wächst, kannst du die Triebe immer wieder entlang des Klettergerüsts schlingen; wenn nötig mit Hilfe eines Anbindefadens oder von Pflanzenclips.

Kleine Pflegekunde der Mandevilla

Verwende nur hochwertige Pflanzerde für die Mandevilla. Der Wurzelballen soll immer gut durchfeuchtet, aber nicht nass sein. Einmal pro Woche kannst du der Pflanze in der Hauptsaison (April bis September) Pflanzendünger zugeben. Zwischen Ende Februar und Anfang März ist der beste Zeitraum zum Zurückschneiden. Das regt auch den Neuantrieb und somit die Blütenbildung an. Wächst dir die Pflanze über den Kopf, dann kannst du bei der Mandevilla sogar einen bodennahen Rückschnitt durchführen.

Leider kann die Dipladenia den Winter über nicht im Freien bleiben. Daher stelle sie vor dem ersten Frost in einen hellen Raum und erst wieder im Mai hinaus. Ideal wäre ein Wintergarten mit Temperaturen zwischen 5 und 15° C. Hast du keinen Wintergarten, dann kannst du sie auch im Haus sogar bei mehr als 20° C überwintern. Sie blühen den Winter über weiter, das geht allerdings auf Kosten der Blütenfülle im Frühjahr.
Die Pflanze ist leider anfällig für Schädlinge. Vor allem die Trockenheit in geheizten Räumen macht ihr zu schaffen. Kontrolliere daher die Pflanze regelmäßig auf Blatt- oder Wollläuse. Sollte die Pflanze sehr befallen sein, dann hilft nur mehr ein Radikalschnitt Ende Februar, Anfang März.

Mandevilla
Kapuzinerkresse

Schnell wachsende Kletterpflanzen für Kübel und Tröge

Vor allem am Balkon oder auf der Terrasse möchte man gerne schnell rankende Pflanzen haben, denn sie sollen einen natürlichen Sichtschutz bilden. Zu diesen Pflanzen zählen z.B. die Clematis, der Jasmin, die Schwarzäugige Susanne oder die Kapuzinerkresse.

Tipp: Die Kapuzinerkresse hat nicht nur beeindruckende Blüten, sondern die Blüten kann man auch essen. Schmeckt hervorragend und schaut außerdem besonders hübsch im Salat aus.

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